Risiko Berufsunfähigkeit

Jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Viele unterschätzen allerdings das Risiko Berufsunfähigkeit (BU): Von rund 42 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland besitzen gerade mal etwa 17 Millionen einen Vertrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dabei können die Folgen des Risikos gravierend sein.

Eine Friseurin mit Hautausschlag, ein Zahnarzt mit Rückenschmerzen oder eine Kindergärtnerin mit Angststörungen: Jeder Erwerbstätige erlebt in seiner Laufbahn einmal, dass er oder sie durch gesundheitliche oder psychische Probleme bei der Ausübung des Berufs eingeschränkt wird. In vielen Fällen lassen sich die Probleme erfolgreich behandeln und verschwinden wieder. Doch was, wenn Allergien, chronische Schmerzen oder eine Depression das Arbeiten zur Qual machen? Nicht immer halten es Betroffene dann noch an ihrem Arbeitsplatz aus – sie werden berufsunfähig. Die staatlichen Hilfen bei Berufsunfähigkeit fallen allerdings gering aus – Verbraucher sind deshalb angehalten, rechtzeitig privat für den Ernstfall vorzusorgen.

Berufsunfähigkeit: Nicht an der falschen Stelle sparen

Viele Erwerbstätige glauben, dass Berufsunfähigkeit durch Unfälle am Arbeitsplatz oder in der Freizeit verursacht wird und ziehen daher z.B. die eher preiswerte Unfallversicherung als Risikoschutz vor. Doch statistisch zeigt sich seit vielen Jahren, dass Unfälle seltener Grund für Berufsunfähigkeit sind – nur knapp 15 Prozent aller Fälle sind unfallbedingt. Mit rund 30 Prozent führen psychische Probleme und Erkrankungen des Nervensystems die Statistik der häufigsten Auslöser von Berufsunfähigkeit an. Weitere Ursachen umfassen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (21 Prozent), Tumore und bösartige Wucherungen (16 Prozent), Erkrankungen des Herzes und Gefäßsystems (etwa 9 Prozent) sowie 10 Prozent andere Krankheitsbilder.

In einigen Fällen ist davon auszugehen, dass manche Berufsunfähige z.B. nach der Diagnose einer schweren psychischen Erkrankung oder Schäden am Bewegungsapparat sogar erwerbsunfähig sind. Dies bedeutet, dass sie nicht einmal drei Stunden täglich erwerbstätig sein können und damit auf die nur sehr geringfügigen staatlichen Unterstützungen Anspruch haben. Wer bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit eine Familie versorgt, ein Haus finanziert oder Unternehmensgründer ist, steht dadurch finanziell mit dem Rücken zur Wand. Die Vorteile einer Absicherung sind daher:

  • eine BU-Versicherung zahlt bereits bei 50-prozentiger Berufsunfähigkeit, unabhängig davon, was die Berufsunfähigkeit verursacht hat
  • Betroffene erhalten mehr Auszahlungen als durch die gesetzliche Erwerbsminderungsrente
  • auch psychische Erkrankungen sind versicherbar

Interessierte Verbraucher sollten jedoch beachten, dass in ihrem BU-Vertrag der Leistungsfall auch tatsächlich bis zum vereinbarten Renteneintrittsalter abgesichert ist. So lassen sich böse Überraschungen durch ein zu früh angesetztes Vertragsende vermeiden, denn ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko der Berufsunfähigkeit statistisch an.

Sichern Sie Ihre Arbeitskraft rechtzeitig gegen Berufsunfähigkeit ab

Niemand kann Berufsunfähigkeit voraussehen. Daher schützt nur eine rechtzeitige Absicherung vor den finanzielle Folgen der Berufsunfähigkeit. Ebenso gibt es einige sinnvolle Alternativen, wie z.B. die Dread-Disease-Versicherung oder Grundfähigkeitsversicherung. Von diesen Absicherungen profitieren vor allem Erwerbstätige mit Vorerkrankungen oder in Risikoberufen (Dachdecker, Kranken- und Altenpfleger), die häufig nur eine recht teure oder in der Leistung eingeschränkte BU-Versicherung erhalten. Der Vergleich verschiedener BU-Angebote lohnt sich so also für jeden, der seinen Lebensunterhalt nicht allein aus Ersparnissen bestreiten kann oder will.